Wenn MOTORRAD, Europas größte Motorradzeitschrift, einen Vergleichstest durchführt, dann werden keine halben Sachen gemacht. Die Rennstrecke wird 2 Tage exklusiv gemietet, gefahren wird auf Einheitsreifen von Metzeler (Racetec RR) und im Sattel sitzen mehrere erfahrene Testpiloten. Der Test wird gemeinsam mit Zeitschriften aus Spanien (Motociclismo), Schweden (MOTORRAD) und 1000PS als Videopartner gemacht. Die Metzeler Techniker prüften bei jedem Bike den Reifendruck, die Streckentemperatur und das Reifenbild. Alle Fahrwerke wurden makellos eingestellt und die Testpiloten fuhren konstante und nachvollziehbare Rundenzeiten - klarerweise mehrfach gemesen. Ein Data-Recording war ebenfalls montiert. Der Aufwand ist gewaltig und kann in diesem Umfang von anderen Medien niemals gestemmt werden. 2 Tage lang wurde Gas gegeben, gemessen, verglichen und Zeiten wurden genommen. Der ganze Rennstreckentest mit sämtlichen Messwerten und Rundenzeiten erscheint am 15. Mai 2015 in der Zeitschrift MOTORRAD. 2 Wochen später folgt der Landstraßenvergleichstest. Hier der Bericht vom
Die Aprilia RSV4 RF beim 1000er Vergleich 2015

Die Testpiloten hatten schon so eine Vorahnung. Die RSV4 war immer schon handlich, doch nun hatte sie auch eine Ladung PS mehr im V4 Herzen um gegen BMW, R1 und Panigale bestehen zu können. Die erste Einschätzung nach der Testfahrt bestätigte sich. Die Rundenzeiten waren grandios, die Aprilia pfeilschnell und stark genug auf den Geraden keine Zeit zu verlieren. Sie war die Nummer 1 am Kurveneingang, schnell in der Kurve und erlaubte sich nur bei harten Bremsmanövern leichte Stabilitätsschwächen. Leider wurden aber auch „Italo“ Klischees erfüllt. Die Testmaschine kam quasi in letzter Sekunde direkt aus Italien von der Pressepräsentation zum Lausitzring. Alle anderen Bikes standen schon stressfrei vorbereitet bereit. Klar gab es dann auch ein kleines Problem an der Kupplung welches noch behoben werden musste. Doch es erging den Testern und Redakteuren dann genauso wie echten Aprilia Fans. Sie blickte ihnen tief in die Augen und verführte sie mit ihrem heiseren Sound. Dann war alles wieder vergeben und vergessen und die Rekord-Rundenzeiten begeisterten.
Fahreindrücke mit der Aprilia RSV4 RF beim SBK Vergleich

Die RSV4 von Aprilia begeisterte die Piloten mit ihrem Handling. Der Innenstrich wurde immer getroffen. Das Feedback aller Testpiloten war quasi identisch. Die Aprilia war unglaublich handlich am Kurveneingang und bot fantastischen Kurvenspeed. Außerdem fanden den Sound alle geil und auch die Optik gefiel. Zum Test trat das Topmodell, die „RF“, mit den leichten Schmiederädern und dem Öhlins Fahrwerk an. Die Aprilia war für die Testpiloten eine echte Rennmaschine mit der sie unglaublich gerne auf der Rennstrecke unterwegs waren. Für die Landstraße aber konnte sich die radikale Rakete aber niemand so richtig vorstellen.
Empfehlung Aprilia RSV4 RF - für wen das richtige Bike?

Die neue RSV4 wird vor allem Fahrer/innen glücklich machen, die immer schon Supersportler gefahren sind und diese Kategorie lieben. 600er Aufsteiger werden sie schätzen und sogar ehemalige 250er Fahrer werden ihr Handling noch betörend finden. Sie wurde in der Aprilia Rennabteilung geboren und hat dort für das Jahr 2015 auch ihren Feinschliff erhalten. Damit ist sie nun einfacher zu fahren als früher. Aber sie ist vor allem beim Thema Stabilität schwer am Limit. Erfahrene Piloten bringen die Fuhre am Kurvenausgang in Unruhe, Rookies wohl eher nur bei Topspeed auf langen Geraden. Für die Landstraße ist ihr Chassis sehr radikal, auf schlechtem Asphalt wird es unruhig am Sattel. Ein elektronisches Fahrwerk könnte da helfen, doch das hat die Aprilia nicht installiert. Doch nur auf der Rennstrecke zu fahren wäre auch nicht richtig. Denn die RSV4 ist zwar in Sachen Design mittlerweile betagt aber immer noch unglaublich schön. Wer sie fährt gilt als Kenner und Held vor dem Eissalon, das hat sich auch 2015 nicht geändert. Am Stammtisch muss man ja nicht davon berichten, dass sie nun leichter fährt als früher.
Aprilia RSV4 RF Rundenzeiten beim Vergleich

Selten waren sich Testfahrer so einig. Jeder der drei Piloten fuhr seine persönliche Testzeit im Sattel der Aprilia RSV4 RF. Das Ergebnis war zwar insgesamt sehr knapp, doch 3 Piloten können nicht irren. Auf der Rennstrecke ist die Aprilia in der RF Version pfeilschnell. Christian "Kelle" Kellner aus Deutschland legte als beste Zeit eine 1:45,9 hin, Freddy Papunen aus Schweden eine 1:45,6 und Sergio Romero aus Spanien eine 1:47,9. Die Rundenzeiten waren für alle Piloten auch sofort nachvollziehbar. Jeder fühlte sich im Sattel der Aprilia auf Anhieb wohl und konnte kräftig am Kabel ziehen. Die Aprilia ist als Gesamtkonzept zwar nun schon einige Jahre alt, wurde für 2015 aber genau richtig verfeinert und steht nun richtig gut da. Gratulation!